Hausärzt*innen vor Ort


Wer sind wir? 

In der Woche vor Ostern begann unter zunächst zehn, zuletzt zwanzig vernetzten Hausärzt*innen eine intensive Diskussion über die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen des Shut-Downs in Deutschland. Im Verlauf der Debatte kristallisierte sich für einen Teil dieser Ärzt*innen - allesamt aktive Hausärzt+innen mit eigener Praxis die  Feststellung heraus, dass den gesundheitlichen Folgen der Covid-19 Pandemie eingeleiteten Maßnahmen politisch nicht die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet wird. 


Dass das Ausmaß der Erkrankungen und der Folgen für Helfer in den Hotspots genannten Covid-19-Hochburgen alle betroffen macht, stand dabei außer Frage. Doch dass die nicht minder Betroffenen, hierunter die Ärmsten und oft ebenfalls die kränksten unserer Gesellschaft, die von den Folgen der Shut-Downs  überall im Lande in ebenfalls schlimmer Weise betroffen sind, scheinen vor allem nur die Ärzt*innen vor Ort, die diese Patienten betreuen, zu erleben. 


Zahlreiche Fachdisziplinen, darunter insbesondere die Hausärzte, bzw. ihre wissenschaftlichen und Vertreter werden anscheinend von den politischen Entscheidungsträgern nie oder allenfalls auf regionaler Ebene gehört. Das Kümmern um das Leid und die sich auftuende Lücken in der Versorgung breiter Bevölkerungsschichten, sowie die Vorbereitung eventuell massenhaft auftretender Penumonien, die dann ambulant behandelt werden müssen, ist aber ebenfalls relevanter Teil hausärztlicher Tätigkeit.


Ein Teil dieser niedergelassenen Hausärzte verabredete sich daher den vorliegenden  Appell zu formulieren und stellte ihn erstmals am 11.4.2020 online. Binnen weniger Tage meldeten sich aus allen Teilen Deutschlands weitere niedergelassene Ärzt*innen, die vor Ort die gleiche Erfahrung machen.


Am 15. April wurde eine Verlängerung des Shut-Downs und der Kontaktsperre unter leicht veränderten Bedingungen mit sukzessiver Öffnung von Geschäften sowie in Folge der Schulen in drei Wochen angekündigt. Die wesentlichen Forderungen, einen auch aus Sicht der am stärksten Betroffenen dieses Shut-Downs verantwortlicheren Einsatz der Maßnahmen wurde jedoch nicht in Aussicht gestellt. Eine konsequente wissenschaftliche Begleitung von Lockerungsmaßnahmen und die Aussicht auf eine Strategie der Datenerhebung, z.B. der Durchseuchung der Bevölkerung, insbesondere mit hausärztlichen Experten aus der Versorgungsforschung und  mit Hilfe von Epidemiologen wurde erneut verpasst! 

Das alles ist jedoch immer noch möglich. Der Appell bleibt also unverändert stehen!.


Zwischenzeitlich entstehen weitere Appelle mit ähnlichem Tenor aus dem hausärztlichen Bereich 

- in und Ausland. Siehe hier


zum Appell