Hausärzt*innen vor Ort


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hier finden Sie eine (subjektiv zusammengestellte) Auswahl relevanter Artikel in Zeitschriften... 

Juli Zeh im Interview mit der Süddeutschen Zeitung 

05. April 2020:   das ganze Interview lesen sie online auf der Seite der Süddeutschen Zeitung

Ausschnitt

Juli Zeh: Was wir auf alle Fälle festhalten können, ist, dass zurzeit tief in die Grundrechte von Bürgern eingegriffen wird, ohne dass die Rechtsgrundlage geklärt wäre. Man muss deshalb nicht gleich von einer Diktatur sprechen. Es ist ja auch logisch, dass es bei hohem Zeitdruck und dringendem Handlungsbedarf nicht ganz einfach ist, die Regeln der Demokratie einzuhalten.

Rechtfertigt denn der Zeitdruck, die Regeln der Demokratie außer Kraft zu setzen?

Nein. Demokratische Politik darf auch in Krisenzeiten nicht nur den Vorgaben von einzelnen Beratern folgen und sagen, jetzt läuft hier alles aus dem Ruder, und deshalb müssen wir drakonisch in die Bürgerrechte eingreifen. 


Die Autorin und Verfassungsrichterin Juli Zeh ("Unterleuten", "Corpus Delicti" über Handytracking, Denunzianten und die Politik der Angst.

Bernd Hontschik in der Frankfurter Rundschau/"Kolumne": 

4.4.2020 Dr. Hontschiks Diagnose

Ausschnitt: 

Und auch jetzt, im „Krieg“ mit dem Virus, kann keine Rede davon sein, dass Gesundheit 100 Prozent Vorrang hat. Es wird vielmehr ein Bürgerrecht nach dem anderen ausgesetzt, es geraten immer mehr Menschen in verzweifelte Situationen, sehen sich existentiellen wirtschaftlichen Bedrohungen ausgesetzt, Ermächtigungsgesetze werden durch Parlamente gepeitscht, der Datenschutz wird außer Kraft gesetzt - der ist ja sowieso nur gut für Gesunde, sagt Jens Spahn - und inzwischen gibt es sogar Grenzen innerhalb Deutsch- lands. Das alles war noch nie da, und die Angst wird größer, dass wir unsere Gesellschaft nach diesem „Krieg“ nicht mehr wiedererken- nen werden.

2.4.2020 t-online  Streit über Statistik Hamburg will nur "echte" Coronavirus-Tote zählen

Streit über die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus? Hamburg verzeichnet weniger Tote, weil es anders zählt als das RKI. Es geht darum, ob jemand mit oder an dem Virus stirbt.

Andreas Sönnichsen in die Presse:

1.4.2020 Interview "Was machen wir da auf den Intensivstationen eigentlich?"


Gerd Antes in Spiegel-Wissenschaft

31.3.2020 "Die Zahlen sind vollkommen unzuverlässig"

Ausschnitt;

SPIEGEL: Sollte die Gesundheit hier nicht vor wirtschaftlichen Interessen stehen?

Antes: Natürlich, nur kann man das so isoliert nicht betrachten. Es geht darum, Risiken und Chancen aller Optionen abzuwägen. Von den aktuellen Schutzmaßnahmen sind deutlich mehr Menschen betroffen als direkt vom Coronavirus bedroht. Riskieren wir eine dauerhafte Rezession, bedeutet das den wirtschaftlichen und persönlichen Schaden oder sogar Ruin für Millionen Menschen. Das kann ebenfalls schwere gesundheitliche Folgen haben. Dazu kommen schwere soziale Schäden, wie etwa häusliche Gewalt und Vereinsamung, ebenfalls mit gesundheitlichen Auswirkungen.

Es klingt hart, aber wir werden in Kauf nehmen müssen, dass am oder mit dem Coronavirus Menschen sterben. Die entscheidende Frage ist, werden es 20.000 oder 30.000 sein, wie in einer heftigen Grippesaison, oder eher 100.000 oder mehr,....


Gerd Antes ist Statistikexperte und Professor an der Medizinischen Universität Freiburg.  Er war Mitgründer des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin und bis 2018 Leiter des Deutschen Cochrane Zentrums.