Hausärzt*innen vor Ort


andere Petitionen und Appelle

die eine ähnliche Zielrichtung haben

Hier soll gezeigt werden, dass es einen Schulterschluss vieler Fachgesellschaften, einzelner Wissenschaftler und Versorger gibt. Vorangestellt sei aber der Ad-Hoc-Empfehlung des deutschen Ethikrats. 

....Je länger die Pandemie andauert, desto stärker sind allerdings nicht nur die unmittelbaren, sondern auch die vielfältigen, über den nationalen Kontext hinausweisen- den Folgelasten sozialer und ökonomischer Art zu berücksichtigen. ...

...In Situationen katastrophaler Knappheit, wie sie für die gegenwärtige Lage auch in Deutschland nicht auszuschließen sind, erfährt die Grundorientierung ärztlichen Bemühens eine not- wendige Erweiterung: von der ausschließlichen Konzentration auf das Wohl jedes einzelnen Patienten hin zur Berücksichtigung bestimmter Notwendigkeiten auch der öffentlichen Gesundheits- fürsorge unter den Bedingungen akuter Lebensgefahr für eine unabsehbar große Zahl weiterer, schwer und gleichartig Erkrank- ter. Diese Öffnung des ärztlichen Pflichtenkreises kann zu Kollisionen zwischen fundamentalen Maßgaben der Ethik und des Rechts führen. Im ernstesten Fall können sich diese als nahezu unlösbare Dilemmata erweisen....

...Krisen, so heißt es oft, seien die „Stunde der Exekutive“. Das greift zu kurz. Gerade in der Krise ist auf das Zusammenwirken des ge- waltengegliederten und zudem föderal differenzierten Staates mit der Vielfalt gesellschaftlicher und namentlich wissenschaftlicher Stimmen zu setzen. Die aktuell zu klärenden Fragen berühren die gesamte Gesellschaft; sie dürfen nicht an einzelne Personen oder Institutionen delegiert werden. Gerade schmerzhafte Entschei- dungen müssen von den Organen getroffen werden, die hierfür durch das Volk mandatiert sind und dementsprechend auch in politischer Verantwortung stehen. Die Corona-Krise ist die Stunde der demokratisch legimitierten Politik.

Thesenpapier 2.0

3.5.2020

Die Pandemie durch SARS-CoV-2/Covid-19

Datenbasis verbessern, Prävention gezielt weiterentwickeln,  Bürgerrechte wahren

- Thesenpapier 2.0 -

Dies ist die Aktualisierung der gleichen Autorengruppe eines Thesenpapiers vom 5.4.2020 (siehe unten)

Deutscher Ethikrat: PRESSEMITTEILUNG 

06/2019

Impfen als Pflicht? 

Bereits 2019 hat der 

Deutscher Ethikrat einMaßnahmenbündel zur Erhöhung der Masernimpfquote statt allgemeiner Impfpflicht empfohlen


Ein von Jens Spahn vorgelegte "alternativlose Gesetzesvorlage" (Impfpflicht durch die Hintertür? so die Berliner Zeitung) wurde diesem jetzt erneut vorgelegt.  


Aktionsbündnis Patientensicherheit

08.4.2020

Positionen des APS zur Versorgung in und nach der Corona Krise

So bedrohlich die aktuelle Corona-Krise auch ist, ihre Auswirkungen hinsichtlich vermeidbarer verlorener (gesunder) Lebensjahre liegen deutlich hinter denjenigen unzureichender Patientensicherheit. Hieraus leitet das APS drei Forderungen ab:

Erstens: Gerade während der Corona-Epidemie muss Patientensicherheit mitgedacht und mit allen Kräften umgesetzt werden.

Zweitens: Mit dem Abklingen der Corona-Krise müssen alle Maßnahmen und Vorgaben rund um die Patientensicherheit schnellstmöglich wieder in Kraft gesetzt bzw. aufgenommen werden.

Drittens: Die Ressourcen und Energie, die im Gesundheitswesen in die Verbesserung der Patientensicherheit investiert werden, müssen nach Abklingen der Corona-Krise deutlich erhöht werden. Sicherheit für die Zukunft bedeutet nicht nur, mehr für den Infektionsschutz zu tun, sondern auch alle anderen Aspekte der Versorgung in den Fokus zu nehmen, um Patienten vor vermeidbaren Schädigungen zu schützen.

Deutsches Netzwerk Evidenz- basierte Medizin e.V. (EbM-Netzwerk)

Berlin, den 28.04.2020

Corona-Virus in unseren Pflegeheimen – ein evidenzfreies Drama in drei Akten

Um die Situation der Pflegeheimbewohner*innen in der Corona-Pandemie zu verbessern, ist eine solide klinisch-epidemiologische Datenbasis durch systematisches Testen, systematische Dokumentation, Aufbau eines Registers und Beforschung von Versorgungsmodellen unabdinglich. Nur belastbare Evidenz kann die Rechtfertigung der Verhältnismäßigkeit von einschneidenden Maßnahmen in das soziale Leben und die Grundrechte der Bewohner*innen legitimieren.

Die Einrichtung von Task Forces ist derzeit beliebt. Eine solche erscheint für das koordinierte Handeln im Umgang mit dem Setting Pflegeheim unabdinglich.


zum Schmunzeln und trotzdem sehr ernst gemeint: 

19.4.2020

Blanke Bedenken 

Wir sind Ihre Hausärztinnen und Hausärzte.

Um Sie sicher behandeln zu können, brauchen wir Schutzausrüstung.

Wenn uns das Wenige, was wir haben, ausgeht, dann sehen wir so aus:   

Sehen Sie selbst


"Wir wollen knappe Schutzausrüstung nicht für medizinisch unnötige Untersuchungen verschwenden, wenn wir das Problem telefonisch lösen können.

Warum sollten wir potentiell infektiöse Patientinnen und Patienten zu unseren chronisch Erkrankten in die Praxen bestellen? Menschen, denen es gut genug geht, dass sie eigentlich nur unseren ärztlichen Rat per Telefon und eine Krankmeldung benötigen, nicht aber eine körperliche Untersuchung.

Wir HausärztInnen sind gewohnt leichte Verläufe beobachtend zu begleiten und ggf. bei jeglicher Verschlechterung die Betreuung zu intensivieren und gefährliche Verläufe zeitnah zu erkennen und abzuwenden.

Eine Krankmeldung ist aus medizinischer Sicht oft auch telefonisch möglich, insbesondere wenn wir die Erkrankten gut kennen und einschätzen können.

Nicht nur in einer Pandemie und zeitlich befristet, sondern immer!"

hausärztliche Petition auf open petition

Diese Petition wurde am 20.4.2020 gestartet

- Unterstützen Sie unsere Arbeit durch die Bereitstellung von Schutzausrüstungen und gesetzlichen Regelungen, die uns in unserer Arbeit unterstützen und nicht behindern. Konkret fordern wir hier u.a. die Fortführung der Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit für maximal 14 Tage per Telefon.

- Lassen Sie uns da, wo wir schon lange vor SARS-CoV-2 waren: an der Seite unserer Patient*innen. Das Aufbrechen langjährig gewachsener Beziehungen zwischen Ärzt*innen und Patient*innen, aber auch deren Pflegende, muss gerade in Krisenzeiten eine Ultima ratio sein.

- Binden Sie Hausärzt*innen, unsere Interessensvertreter*innen, ambulant Pflegende und Patientvertreter*innen in Krisenstäbe und Beratergremien ein, um die nötige Expertise für die ambulante Versorgung sicherzustellen.

- Berücksichtigen Sie, dass wir Weisungen zu klinischen Entscheidungen nach unserer Berufsordnung nicht von Nicht-Ärzt*innen annehmen dürfen. Das Zulassen von menschlicher Nähe, ebenso wie Hausbesuche und Visiten bei sterbenden, depressiven und einsamen Menschen ist in unserem Fach, das auf Beziehungen basiert, auch eine klinische Entscheidung.

- Maßnahmen wie Besuchsverbote in Pflegeheimen, die flächendeckende Einstellung von Rehabilitationsmaßnahmen oder Kontaktsperren müssen zeitlich begrenzt sein, fortlaufend auf ihre Angemessenheit überprüft werden und dürfen nicht ausschließlich auf die Vermeidung von Todesursachenstatistiken fokussieren. Sie müssen auch das Wohlergehen, die Autonomie und die Wünsche der hiervon betroffenen Risikogruppen berücksichtigen.

 Motivation für diese Petition war neben der Sorge um unsere Patienten auch die Schilderungen hier im Listserver und in der Presse, o leichtfertig langjährige Arzt-Patienten-Beziehungen zugunsten übereilter Entscheidungen aufgebrochen wurden.

Wir bitten Euch unter dem Link um Eure Unterstützung und dringlich um Weiterverbreitung:

Unterschreiben Sie bei "Open petition"


16.4.2020 BACK TO LIFE, KBV 

BEITRAG DER KBV ZU EINER EXIT-STRATEGIE ZUM ENDE DES „SHUTDOWN“ AUS MEDIZINISCHER SICHT

....aus Sicht der KBV medizinische Ansätze, einem stufenweisen Abbau der teilweise sehr einschränkenden Regelungen für die deutsche Bevölkerung beginnen zu können. Schwerpunkt der Überlegungen ist, so weit wie möglich COVID-19-Verdachts- und Erkrankungsfälle von anderen Patienten zu trennen.

8.4.2020 Ein Appell Schweizer Hausärzt*innen

Offener Brief an Bundesrat Alain Berset vom 08.04.2020

Damit die Angst in unserem Land endlich wieder abnimmt und um dem Eindruck in der Bevölkerung entgegenzutreten, wir Ärzte wären nur noch für Covid-19 zuständig, ist es uns ein wichtiges Anliegen, dass die medizinische Regelversorgung wieder hergestellt wird.

15.4.2020 Hausärzteverband BW zu Corona: Nicht zu früh, um Maßnahmen zu hinterfragen! 

Die Stimmen, die Einschränkungen wegen der Corona-Krise zu lockern, werden immer lauter. Auch der Hausärzteverband Baden-Württemberg hat sich in einem offenen Brief an Politik und Öffentlichkeit gewandt.

Der Verband ruft in dem offenen Brief dazu auf, die Maßnahmen kritisch zu hinterfragen und über Öffnungen für manche Personengruppen, wie Kinder, Schüler, Auszubildende und Studierende nachzudenken. Durch Kontaktbeschränkungen sollten weiterhin Risikogruppen geschützt werden. Das könnte nicht mit dem "anhaltenden globalen Entzug der Freiheitsrechte aller einhergehen". 


Brief: Maßnahmen und Strategien in der Corona-Pandemie



Der Verband Pneumologischer Kliniken (VPK) hat in einem bemerkenswerten Appell Notärzte und Intensivmediziner aufgerufen, nicht zu schnell zu intubieren! Es gibt Hinweise, dass auf den Intensivabteilungen Coronapatienten auch an einer Überdruckbeatmung sterben. Insbesondere dann, wenn die Patienten zuvor intubiert wurden.

Die FAZ kommentiert (10.4.20) kommentiert: "was sieben Gesundheitsfachleute da aufgeschrieben haben, ist eine Generalkritik am Umgang mit der Epidemie. Zusammengefasst lautet die so: Datenbasis unzureichend, Präventionsstrategie ineffizient."